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Johannes Waldburgers Appenzellerhäuser


Der Architekt Johannes Waldburger hat das Appenzellerland mit seinen Bauten während mehr als 30 Jahren geprägt. Konsequent orientierte er sich an den traditionellen Gebäuden der Region und entwickelte diese auf bemerkenswerte Art und Weise mit zeitgenössischen Materialien und Konstruktionsmethoden weiter. Sein Werk umfasst über 60 Bauten unterschiedlichster Typologien. Diese Website ermöglicht einen Einblick in sein Schaffen. Sie ist als Archiv zu verstehen und versammelt Baueingabepläne, aktuelle Fotografien sowie Hintergrundinformationen.

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Schulhaus Saien 961 Urnäsch 1932
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Turnhalle Feld Urnäsch 1937
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Pferdestallung Bischofszellerstrasse 15 Gossau 1943
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Soldatenstube Kasernenstrasse 44a Herisau 1945
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Doppeleinfamilienhaus Kasernenstrasse 46/48 Herisau 1945
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Doppeleinfamilienhaus Kasernenstrasse 50/52 Herisau 1945
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Holzlagerschuppen Kasernenstrasse 68 Herisau 1945
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Um-Aufbau Fabrikgebäude Nieschbergstrasse 15 Herisau 1946
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Schulhaus Moos 2919 Herisau 1947
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Wohnhaus Geren 25 Schwellbrunn 1949
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Umbau Evang. Kirche Dorf 1 Schwellbrunn 1950
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Einfamilienhaus Wilenstrasse 21 St.Gallen 1950
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Kinderheim Wiesen 2479 Herisau 1951
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Zweifamilienhäuser Haldenweg 6 Herisau ca. 1950
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Einfamilienhaus Speicherstrasse 51 Teufen 1950
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Schulhaus Weiher 96 Schwellbrunn 1952
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Einfamilienhaus mit Käsekeller Gaiserau 35 Gais 1952
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Schulhaus und Turnhalle Friedberg Wolfhalden
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Doppeleinfamilienhaus Battenhusstrasse 13 Lustmühle 1952
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Wohnhaus mit Büro Huebstrasse 31 Herisau 1952
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Einfamilienhäuser Alpsteinstrasse 87 b/c Herisau 1953
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Umbau Garage Speicherstrasse 60a Teufen 1953
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Einfamilienhäuser Strahlholz 1028 Gais ca. 1953
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Mehrfamilienhäuser Im Spitz 6/8 Wallisellen 1953
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Einfamilienhaus Gossauerstrasse 125 Herisau 1953
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Umbau Malergeschäft Schwellbrunnerstrasse 40 Herisau 1953
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Hotel Rebstock Neue Steig 2 Herisau 1954
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Mehrfamilienhaus Kasernenstrasse 54 Herisau 1954
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Mehrfamilienhaus Kasernenstrasse 56 Herisau 1954
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Mehrfamilienhaus Kasernenstrasse 58 Herisau 1954
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Einfamilienhaus Speicherstrasse 52 Teufen 1955
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Einfamilienhaus Bleichestrasse 1 Herisau 1955
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Einfamilienhaus Speicherstrasse 1536 Teufen 1956
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Einfamilienhaus Bleichestrasse 5 Herisau 1956
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Einfamilienhaus Bleichestrasse 7 Herisau 1956
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Einfamilienhaus Bleichestrasse 3 Herisau 1956
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Einfamilienhaus Obere Sonnenbergstrasse 6 Herisau 1956
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Turnhalle Zung Gais 1957
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Umbau Stickereigebäude Zelg Wolfhalden 1957
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Turmanbau Ergeten 2724 Herisau 1957
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Mehrfamilienhäuser Bubental 1/3 Wallisellen 1959
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Turnhalle Werdenweg 3 Teufen 1959
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Doppeleinfamilienhaus Bleichestrasse 2 Herisau 1959
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Mehrfamilienhäuser Mardeläckerstrasse 12-16 Untersiggenthal 1959
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Altersheim Gäbrisstrasse 18 Gais 1960
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Bergrestaurant Säntis (abgebrochen) Hundwil 1960
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Berghotel Restaurant Hundwil Schwägalp ca. 1960
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Renovation Wohnhaus Strahlholz Gais 1961
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Lehrheim Mazdaznan Huebstrasse 29 Herisau 1962
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Verbindungsbau Krankenhaus Rotenwies 26 Gais 1962
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Mehrzweckgebäude Dorf 49 Reute 1963
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Mehrzweckgebäude Unterdorf Schönengrund 1964
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Umbau Bad Sonder 541 Teufen 1978
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Aufstockung Zimmereigebäude Strahlholz Gais
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Wohnhaus Geren 27 Schwellbrunn
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Mehrfamilienhaus Appenzellerstrasse 6 Gais
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Turmanbau und -aufstockung Strahlholz Gais
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Kasernenküche Kasernenstrasse 45 Herisau
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Impressum
Diese Website wurde durch die Johannes Waldburger-Stiftung und die Kantonale Denkmalpflege finanziell unterstützt.
Projektidee: Fredi Altherr, Kantonaler Denkmalpfleger Appenzell Ausserrhoden
Konzept und Umsetzung: Rahel Lämmler, Architektin Zürich und Herisau
Gestaltung: Karin Schiesser, Zürich
Programmierung: Platzhalter GmbH, Ornella Groebli, Chris Würsch
Fotografien Panorama: Ueli Alder, Zürich
Montage Panorama: Karin Schiesser, Zürich
Fotografien und Recherchen Objekte : Sandra Holenstein und Dario Binotto, Praktikum Kantonale Denkmalpflege Appenzell Ausserrhoden
Texte: Sandra Holenstein, Rahel Lämmler, Fredi Altherr
Lektorat: Maria Nänny, Zürich und Bühler

Diese Website wurde nach dem aktuellsten Wissensstand erstellt.
Für Fragen und Hinweise: mail@johanneswaldburger.ch

© 2013 Kantonale Denkmalpflege Appenzell Ausserrhoden
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Quellennachweis
Fotografien Homepage: Ueli Alder, Zürich
zeitgenössische Fotografien: Kantonale Denkmalpflege Appenzell Ausserrhoden
Postkarten: Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden
Baueingabepläne: jeweilige Gemeinde
Pläne und Fotografien Wohnüberbauung Bubental und Kasernenstrasse in Herisau: Johannes Waldburger-Stiftung
Pläne Restaurant, Hotel Schwägalp: RGP3 Architekten, Säntis-Schwebebahn AG

Ueli Lindt: Otto Glaus, Architekt, Birkhäuser Verlag 1995
Karl Jost: Hans Fischli – Architekt, Maler, Bildhauer, Verlag gta 1992
Isabell Hermann: Die Bauernhäuser beider Appenzell, Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde, Appenzeller Verlag Herisau 2004
Sonderdruck aus "Appenzellische Jahrbücher 1989", 117. Heft. Trogen, Verlag Schläpfer & Co.,1990
Dank an
Stiftungsrat Johannes Waldburger-Stiftung
Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden: Heidi Eisenhut
Staatsarchiv Herisau: Dr. Peter Witschi, Renate Bieg
Gemeinden Herisau, Urnäsch, Schwellbrunn, Teufen, Gais, Wolfhalden, Hundwil, Reute, Schönengrund, Grub, Gossau, Wallisellen, St.Gallen
Ueli Alder, Fotograf, Zürich
Säntis-Schwebebahn AG: Bruno Vattioni
RGP3 Architekten, Herisau: Flurin Davatz
Thomas Fuchs, Herisau
Paul Knill, Herisau
Guido Koller, Gais
Paul Knill Senior, Willi Knellwolf, Frieda Kuster Herisau

Wettbewerb „Waldburger 2015"


Im Rahmen der Weiterentwicklung der Website www.johanneswaldburger.ch wurde ein Gestaltungs-Wettbewerb ausgeschrieben. Die Denkmalpflege Appenzell Ausserrhoden lud die Schüler und Schülerinnen der Kantonsschule Trogen zur Teilnahme ein. Die Aufgabe bestand darin, ein Gebäude des Architekten Johannes Waldburger in künstlerisch-gestalterischer Form zu portraitieren. Bei der Wahl der Medien gab es keine Vorgabe. Eingereicht wurden 7 Arbeiten unterschiedlichster Techniken: von einem Roadmovie über ein Aquarell bis zu Architekturmodellen.
Die Schülerinnen und Schüler haben Ihr Werk ausserhalb des Unterrichts und ohne Begleitung angefertigt. Die Jury, bestehend aus Fredi Altherr, Denkmalpfleger Appenzell Ausserrhoden, Nina Trüssel, Lehrperson Kantonsschule Trogen und Rahel Lämmler, Architektin, lobt die Sorgfalt aller Arbeiten und ist beeindruckt von der Vielfalt der Eingaben. Für die Beurteilung hat das Gremium folgende Kriterien festgelegt: Interpretation des Bauwerks (doppelte Gewichtung), Originalität/Umsetzung/Technik und Werkverständnis/Sorgfalt.
Für die beiden besten Arbeiten wurde am Mittwoch, 27. Januar 2016 in einem festlichen Rahmen an der Kantonsschule Trogen ein Preisgeld von je 250.- CHF überreicht. Dieses wurde von der Johannes Waldburger-Stiftung zur Verfügung gestellt.

Bertsch Elias


Bertsch Elias


Bertsch Elias


Technik: Roadmovie, Bleistiftzeichnung
Vorlage Gebäude von J. Waldburger: Alterszentrum Gäbrisstrasse, Gais

Interpretation:
Die Auseinandersetzung mit einem Werk Waldburgers über das Medium Film ist durchaus reizvoll. In der vorliegenden Arbeit stand die Selbsterfahrung bei der Annäherung an das Bauwerk im Vordergrund. Die resultierende Interaktion zwischen Waldburgers Werk und der dokumentierten Anreise per Velo wird dabei jedoch für die Jury nicht ersichtlich.
Originalität/Umsetzung/Technik:
Die Annäherung an das Zielobjekt durch die Dokumentation der Fahrrad-Fahrt per Head-Set-Camera ist erfrischend und originell. Auch die musikalische Begleitung zeugt von einer sorgfältigen Arbeitsweise. Die Architektur von JW bleibt allerdings weit im Hintergrund, so dass der Inhalt des Films auf die Selbstinszenierung reduziert wird. Die Abbildung des Alterszentrums Gäbrisstrasse mit der gewählten Technik der Bleistiftzeichnung hilft für das Verständnis der gesamten Arbeit nur bedingt.
Werkverständnis/Sorgfalt:
Der Autor hat die wesentlichsten Elemente der Gebäude erfasst. Die grosse Distanz zum Bauwerk hat eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Wesen/Charakter der Gebäude verunmöglicht, was sich in der Unschärfe der Bleistiftzeichnung widerspiegelt.

Bielmann Tanja


Bielmann Tanja


Technik: Wasserfarbe, Leim
Vorlage Gebäude von J. Waldburger: Schulhaus Moos, Herisau

Interpretation:
Dieser Beitrag beweist, dass sich ein Bauwerk von Waldburger mit wenigen Mitteln erfassen lässt.
Originalität/Umsetzung/Technik:
Die Autorin hat eine aussergewöhnliche Technik gewählt: Mit Weissleim zeichnet sie die Konturen des Volumens sowie die Fassadengliederung mit den Bandfenstern. Die Färbung des Gebäudes mit allerlei Farben lässt vermuten, dass sie sich den im Originalton weissen Baukörper vielleicht etwas farbenfroher wünscht. Oder handelt es sich um ihre Sicht der Farben des Appenzellerlandes?
Werkverständnis/Sorgfalt:
Die Jury lobt den Mut der Autorin, diese gewagte Arbeit eingereicht zu haben. Der Einbezug der Umgebung ist bemerkenswert, sind doch die meisten Bauwerke von Waldburger sorgfältig in der Topografie verankert.

Festini Laura / Schantong Miriam


Festini Laura / Schantong Miriam


Festini Laura / Schantong Miriam


Technik: Karton, Papier, Wasserfarbe, Draht, div. Materialien
Vorlage Gebäude von J. Waldburger: Schulhaus Friedberg, Wolfhalden

Interpretation:
Das Modell der Turnhalle und des Schulhaus’ Friedberg in Wolfhalden überzeugt die Jurymitglieder aufgrund der Präzision und der Liebe zum Detail. Die Autorinnen haben genau beobachtet, waren neugierig und haben alle Oberflächen und Materialien (möglichst) naturgetreu nachgebildet. Die abstrahierten Fassaden überzeugen ebenso wie der Ausbau des Innenlebens: Wandtafel und Stuhlreihen mit Tischen und sogar Vorhängen erzeugen eine stimmige Atmosphäre.
Originalität/Umsetzung/Technik:
Der konzeptionelle Einsatz der Materialien ist überzeugend gewählt. Die Jury lobt die Autorinnen, dass sie keinen Aufwand gescheut haben und ihre Aufmerksamkeit bis auf die Dachziegel richteten.
Werkverständnis/Sorgfalt:
Die präzise Beobachtung des Bauwerks und Umsetzung auf ein Architekturmodell ist sehr beachtlich. Es ist ein stimmiger Gesamteindruck entstanden, die Jury hätte sich jedoch bei der Umsetzung etwas mehr Mut hinsichtlich der Neuinterpretation gewünscht.

Forrer Lukas


Forrer Lukas


Technik: Sperrholz, Wasserfarbe
Vorlage Gebäude von J. Waldburger: Kinderheim Wiesen, Herisau

Interpretation:
Die Schliessung von zwei Fassaden bzw. der Verzicht auf die Anfertigung aller Fassaden kann von der Jury nachvollzogen werden. Der Einblick in die Wohnungen ermöglicht den Betrachtenden ein komplettes Bild dieses Bauwerks.
Originalität/Umsetzung/Technik:
Die Jury lobt den Mut des Autors, sich der Herausforderung zu stellen, ein Architekturmodell anzufertigen. Die gewählte Technik erfordert viel Kenntnis im Umgang mit dem Material. Die Verarbeitung von Sperrholz setzt geeignete Werkzeuge voraus. Der unpräzise Modellbau lenkt von der eigentlichen Schönheit des Objektes etwas ab.
Werkverständnis/Sorgfalt:
Die Hauptfassade wird von horizontalen und engmaschigen vertikalen Linien dominiert. Dadurch werden die sehr schmalen Fenster betont und ein charakteristisch weit von Waldburgers Werk entferntes Gebäude abgebildet. Es entsteht ein falscher Gesamteindruck. Ob es sich hier vielleicht um eine Umwandlung in einen Ständerbau handelt?

Sina Germann


Sina Germann


Technik: Zentangle
Vorlage Gebäude von J. Waldburger: Kinderheim Wiesen, Herisau

Interpretation:
Die Autorin hat die Hauptmerkmale des Kinderheims nicht nur verstanden, sondern auch auf eigenwillige Art und Weise gekonnt neu interpretiert. So sind die Bandfenster klar erkennbar, die Täferfelder differenziert behandelt, sie rhythmisieren das Raster in der Vertikalen.
Originalität/Umsetzung/Technik:
Die gewählte sehr ansprechende Technik Zentangle transferiert den Ausdruck des Gebäudes aus den 50-Jahren in die heutige Zeit. Für die Fassadengliederung werden geometrisierte additive Muster gewählt, für die Umgebungsgestaltung sind es freiere Formen, die einen floralen Ausdruck erzeugen.
Werkverständnis/Sorgfalt:
Mit viel Liebe zum Detail ist es der Autorin gelungen, das Bauwerk vielfältig in einen zeitgenössischen Kontext zu setzen. Die Nebenfassade wird als gewobene Struktur dargestellt, wohl ein direkter Bezug zur textilen Vergangenheit und deren Einfluss auf die Häuser der Region.
Die Jury zeichnet die Autorin für diese eindrückliche Arbeit mit 250.- CHF aus.

Meili Lukas


Meili Lukas


Technik: Collage aus Fotografien, farbig
Vorlage Gebäude von J. Waldburger: Strahlholz, Gais

Interpretation:
Dieser Beitrag überrascht. Ist er im ersten Moment nicht zugänglich und fassbar, entpuppt er sich bei näherer Betrachtung als komplexe Komposition. Die wesentlichen Elemente der Arbeiterhäuser im Strahlholz sind mittels streifenförmiger Anordnung auf abstrakte Art und Weise neu zu einander in Beziehung gebracht.
Originalität/Umsetzung/Technik:
Die gewählte Technik ist überzeugend, erfasst die Fotografie schonungslos jedes Detail und vermag gleichzeitig den Effekt einer ästhetisch reizvollen Collage zu erzeugen.
Werkverständnis/Sorgfalt:
Das Nebeneinander von Abstraktion und Präzision erzeugt eine Spannung, die eine tiefe vielschichtige Lesbarkeit zulässt. Die typische horizontale Gliederung ist deutlich erkennbar, ebenso die Rhythmisierung durch die Täferfelder. Die spielerische (seitlich und frontale) Sicht auf die Dachziegel weist auf die Bedeutung und Dominanz des Daches hin.
Die Jury zeichnet den Autor für diese überraschende Arbeit mit 250.- CHF aus.

Soldja Tamara


Soldja Tamara


Technik: Farbstift
Vorlage Gebäude von J. Waldburger: Kinderheim Wiesen, Herisau

Interpretation:
Die Intergration des Appenzeller Bärs auf der Hauptfassade weist auf die Verortung des Bauwerks hin. Oder er kann als Hinweis auf Waldburgers hauptsächliches Schaffen im Appenzellerland (AR) verstanden werden. Die Fassade als Trägerin von Symbolen kann von der Jury nachvollzogen werden.
Originalität/Umsetzung/Technik:
Die Autorin hat sich die Freiheit genommen, die Täferfelder zu dekorieren. Zudem hat sie das Sockelgeschoss mit Kindergraffitti angereichert, die damit einen direkten Bezug zur ursprünglichen Nutzung als Kinderheim herstellen.
Werkverständnis/Sorgfalt:
Die Autorin hat das Kinderheim Wiesen genau analysiert: Die wesentlichen Grundzüge, wie die strenge Fassadengliederung, hat sie erfasst und in abstrahierter Form wiedergegeben. Die Auseinandersetzung mit der Umgebungsgestaltung weist auf eine differenzierte Betrachtung hin und wird von der Jury begrüsst.
Turnhalle Feld Urnäsch 1937
Schulhaus Moos 2919 Herisau 1947
Kinderheim Wiesen 2479 Herisau 1950
Schulhaus Weier 96 Schwellbrunn vor 1948
Schulhaus und Turnhalle Friedberg Wolfhalden 1952
Einfamilienhäuser Strahlholz 1028 Gais vor 1953
Einfamilienhäuser Strahlholz 1028 Gais vor 1953
Einfamilienhäuser Strahlholz 1028 Gais vor 1953
Hotel Rebstock Neue Steig 2 Herisau 1954
Einfamilienhaus Gossauerstrasse 125a Herisau 1953
Wohnüberbauung Bubentalstrasse 1 Wallisellen 1959
WOHNÜBERBAUUNG WALLISELLEN 1959

Johannes Waldburger erstellt zwischen 1954 und 1960 mehrere Wohnsiedlungen in Untersiggenthal, Wallisellen und Herisau. Für das Projekt Bubental in Wallisellen entwirft er als Bauherr ein Wohnhochhaus und untersucht die Ausformulierung mit und ohne Dachterrasse. Realisiert werden schliesslich neun zeilenartige dreigeschossige Wohnhäuser. Eine für die damalige Zeit grosszügige Tiefgarage mit 48 Parkplätzen und eigener Zapfsäule. Treffpunkt der Siedlung bilden der gemeinsame Garten mit Kindergarten im Zentrum der Anlage.
Berghotel Restaurant Hundwil Schwägalp ca. 1950
Wohnhaus mit Architektur-Bureau Huebstrasse 31 Herisau 1953
Gemeindekanzlei, Mehrzweckgebäude Dorf 49 Reute 1968
Mehrzweckgebäude Unterdorf Schönengrund 1964
Zeitgenossen
OTTO GLAUS UND HANS FISCHLI
Johannes Waldburger kennt seine Heimat und das Bauhandwerk gut. Seine Architektursprache basiert auf der lokalen Bautradition. Er überführt diese jedoch gekonnt in die jeweilige Zeit. Auch die beiden Architekten Otto Glaus und Hans Fischli setzten sich ab den späten 1940er-Jahren mit dem zeitgenössischen Appenzellerhaus auseinander. Drei Projekte illustrieren die Umsetzung der unterschiedlichen Ansätze und Herangehensweisen.
OTTO GLAUS (1914 - 1996)
Handwerkerlehre, Kunstgewerbeschule Zürich, Studium der Architektur 1941 bis 1945, Mitarbeit bei Le Corbusier in Paris, Möbelentwerfer, Bauleiter „Landi 1939“, ab 1942 eigenes Büro in Zürich.
Otto Glaus setzt sich eingehend mit den Konstruktionsprinzipien des traditionellen Appenzellerhauses auseinander. Er wendet für die Struktur eine normierte Ständerbauweise mit doppelter Aussenschalung an. Sonnen-, Kälte- und Sichtschutz werden durch vertikale Fallläden sichergestellt. Das Dach ist mit Ziegeln eingedeckt. Als einziges Ergebnis seiner Studien wird das Haus Rohner in der Frauenrüti in Grub AR ausgeführt.
Für Walzenhausen entwirft Glaus 1959/60 ein Feriendorf aus zehn beinahe identischen Häusern, die auf den vorangegangenen Studien des Appenzellerhauses basieren. Holzständerbauweise sowie Fallläden behält er bei. Die Verkleidung erfolgt nun jedoch in Eternit, so dass auf den Dachvorsprung verzichtet werden kann. Grosszügige gedeckte Aussensitzplätze sind in der Dachverlängerung integriert.
HANS FISCHLI (1909 - 1989)
Bauzeichnerlehre, Studium am Bauhaus in Dessau, 1943 bis1973 Bauten für die Adolf Feller AG (modulare Industriebauten), eigenes Büro ab 1933, 1944 bis 1949 Mitinitiant und Erbauer des Kinderdorfs Pestalozzi in Trogen.
Nach anfänglichen Umbaustudien von ausgedienten Militärbaracken, entwirft Fischli die erste Idealanlage für das Kinderdorf Pestalozzi in Trogen. Sie verzeichnet Kinderhäuser aus zwei identischen Hausteilen, die über einen Zwischentrakt verbunden sind. Die Grundrisse sind so konzipiert, dass sich mehrere Häuser in wechselnder Kombination miteinander verbinden lassen. Das Idealprojekt ist einer ausgesprochen modernen Sprache verpflichtet, was auf wenig Anklang stösst. Der Forderung nach einer stärkeren Eingliederung in die örtliche Baukultur kam Fischli in der Überarbeitungsphase nach. Die exponierte Lage des Grundstücks auf dem Plateau erforderte zudem ein anderes Bebauungsprinzip. Windgeschützte Freiräume sollten die Aussenräume optimieren. Fischli greift formal auf das Appenzellerhaus mit der Südost-Orientierung zurück und knickt die weiterhin zweiteiligen Baukörper zur Auflockerung der Gesamtanlage leicht ab. Er entwickelt drei Typen, die alle auf dem Normal-Typ basieren und im Zuge der Etappierung weiterentwickelt werden.
Das Appenzellerhaus
DAS APPENZELLERHAUS – TRADITION UND MODERNE
Die Architektur in Appenzell Ausserrhoden ist von der Entstehung der Heimwebereien und dem anschliessenden Aufschwung der Textilwirtschaft geprägt. Bereits im 18. Jahrhundert zeichnet sich eine vormoderne Architektursprache ab: Bandfenster zur Belichtung der Arbeitsplätze, Trennung von Konstruktion und Verkleidung, gerasterte Fassadengliederungen. Zimmerleute und Baumeister entwickeln die Bauten den Bedürfnissen entsprechend kontinuierlich weiter. Johannes Waldburgers Architektur basiert auf der Baukultur der Region. Er entwickelt die Architektursprache mit zeitgenössischen Materialien und Konstruktionsmethoden auf bemerkenswerte Art und Weise weiter. Die wichtigsten gemeinsamen Merkmale eines Appenzellerhauses und Waldburgers Architektur demonstriert die Analogie.
FASSADE
Schindelschirm
Unterscheidung Hauptfassade/Rückfassade
Fronttäfer
Windschild
horizontale Gliederung, Bandfenster
Geometrische Gliederung (Baukastensystem)
Fenstersprossen
Das Appenzellerhaus
DAS APPENZELLERHAUS – TRADITION UND MODERNE
Die Architektur in Appenzell Ausserrhoden ist von der Entstehung der Heimwebereien und dem anschliessenden Aufschwung der Textilwirtschaft geprägt. Bereits im 18. Jahrhundert zeichnet sich eine vormoderne Architektursprache ab: Bandfenster zur Belichtung der Arbeitsplätze, Trennung von Konstruktion und Verkleidung, gerasterte Fassadengliederungen. Zimmerleute und Baumeister entwickeln die Bauten den Bedürfnissen entsprechend kontinuierlich weiter. Johannes Waldburgers Architektur basiert auf der Baukultur der Region. Er entwickelt die Architektursprache mit zeitgenössischen Materialien und Konstruktionsmethoden auf bemerkenswerte Art und Weise weiter. Die wichtigsten gemeinsamen Merkmale eines Appenzellerhauses und Waldburgers Architektur demonstriert die Analogie.
FASSADE
Schindelschirm
Unterscheidung Hauptfassade/Rückfassade
Fronttäfer
Windschild
horizontale Gliederung, Bandfenster
Geometrische Gliederung (Baukastensystem)
Fenstersprossen
Das Appenzellerhaus
DAS APPENZELLERHAUS – TRADITION UND MODERNE
Die Architektur in Appenzell Ausserrhoden ist von der Entstehung der Heimwebereien und dem anschliessenden Aufschwung der Textilwirtschaft geprägt. Bereits im 18. Jahrhundert zeichnet sich eine vormoderne Architektursprache ab: Bandfenster zur Belichtung der Arbeitsplätze, Trennung von Konstruktion und Verkleidung, gerasterte Fassadengliederungen. Zimmerleute und Baumeister entwickeln die Bauten den Bedürfnissen entsprechend kontinuierlich weiter. Johannes Waldburgers Architektur basiert auf der Baukultur der Region. Er entwickelt die Architektursprache mit zeitgenössischen Materialien und Konstruktionsmethoden auf bemerkenswerte Art und Weise weiter. Die wichtigsten gemeinsamen Merkmale eines Appenzellerhauses und Waldburgers Architektur demonstriert die Analogie.
FASSADE
Schindelschirm
Unterscheidung Hauptfassade/Rückfassade
Fronttäfer
Windschild
horizontale Gliederung, Bandfenster
Geometrische Gliederung (Baukastensystem)
Fenstersprossen
Das Appenzellerhaus
DAS APPENZELLERHAUS – TRADITION UND MODERNE
Die Architektur in Appenzell Ausserrhoden ist von der Entstehung der Heimwebereien und dem anschliessenden Aufschwung der Textilwirtschaft geprägt. Bereits im 18. Jahrhundert zeichnet sich eine vormoderne Architektursprache ab: Bandfenster zur Belichtung der Arbeitsplätze, Trennung von Konstruktion und Verkleidung, gerasterte Fassadengliederungen. Zimmerleute und Baumeister entwickeln die Bauten den Bedürfnissen entsprechend kontinuierlich weiter. Johannes Waldburgers Architektur basiert auf der Baukultur der Region. Er entwickelt die Architektursprache mit zeitgenössischen Materialien und Konstruktionsmethoden auf bemerkenswerte Art und Weise weiter. Die wichtigsten gemeinsamen Merkmale eines Appenzellerhauses und Waldburgers Architektur demonstriert die Analogie.
FASSADE
Schindelschirm
Unterscheidung Hauptfassade/Rückfassade
Fronttäfer
Windschild
horizontale Gliederung, Bandfenster
Geometrische Gliederung (Baukastensystem)
Fenstersprossen
Die Biographie
JOHANNES WALDBURGER (1903 - 1984)
Johannes Waldburger wird am 30. 7. 1903 in Teufen geboren. Er wächst in Schwellbrunn auf. Bei der Firma Wiederkehr in St. Gallen absolviert er eine Lehre als Zimmermann und arbeitet anschliessend bei Louis Lobeck (siehe Exkurs) in Herisau. Hier lernt er sein architektonisches Handwerk.
ARCHITEKT IM APPENZELLERLAND
Obwohl Waldburger sein Handwerk beim überregional tätigen Architekten Louis Lobeck gelernt hat, orientiert er sich an lokalen Eigenschaften (vgl. „Das Appenzellerhaus – Tradition und Moderne“). Auffallend sind sein Sinn für Proportionen. Seine Bauten fallen als eigenständige sorgfältig in die Landschaft gesetzte Objekte auf. Anfänglich konstruiert er die Gebäude aus Holz. Später kommen zeitgenössische Baustoffe wie Backstein und Beton zur Anwendung.
Sein erstes Büro befindet sich in Schwellbrunn südlich der Kirche. Mit wenig Mitarbeitenden baut er während rund 30 Jahren über 60 Gebäude. Die Sekretärin Marie Berchtold, der Ingenieur Hugo Kupferschmidt und die Architekten Paul Knill Senior und Willi Knellwolf gehören zum langjährigen Team. Waldburgers Bautätigkeit reduziert sich ab 1963. Knill und Knellwolf gründen in der Folge ein eigenes Architekturbüro in Herisau.
PRIVATLEBEN UND MAZDAZNAN-LEHRE
Am 31. 3. 1931 heiratet Johannes Waldburger Julia Emma Hedwig Langhans in Davos. Das Paar lebt in den ersten Ehejahren im Sertigtal. Der zweite Wohnsitz befindet sich in Schwellbrunn. Da die Ehe kinderlos bleibt, nimmt das Paar zwei französischsprachige Knaben bei sich auf. Frieda Kuster unterstützt den Haushalt während rund 20 Jahren. Sie beschreibt Waldburger als echten Appenzeller, der das Volk und das Land liebt. Emma Waldburger-Langhans ist eine überzeugte Mazdaznan-Anhängerin. Der Lebenslehre entsprechend, singt sie viel und spielt gerne Klavier und Geige. An der Huebstrasse 29 in Herisau baut Waldburger 1961 für seine Frau das Mazdaznan-Lehrheim. Zwei Jahre später erstellt er auf der Nachbarparzelle ihr gemeinsames Privathaus mit angebautem Architekturbüro. Wie seine Frau ist er von der Mazdaznan-Lehre überzeugt und lebt nach deren Grundsätzen. 1971 geben sie zusammen eine Broschüre mit dem Titel "Was ist Mazdaznan" heraus. Diese beschreibt die Mischreligion mit zarathustrischen, christlichen, hinduistischen und tantrischen Elementen. Als Vegetarier befolgen die Anhänger eine eigene Ernährungslehre und legen grossen Wert auf Atem- und Meditiationsübungen. In Europa ist die Lehre in Deutschland am meisten verbreitet.
REISEN
Mit seinen Mitarbeitenden reist Waldburger nach Venedig, Freudenstadt und Marseille. Das Team unternimmt aber auch Ausflüge auf den Säntis, da Waldburger in den 1960er-Jahren der „Hausarchitekt“ der Säntisbahnen ist.
PROJEKTE AUSSERHALB DES APPENZELLERLANDES
Waldburger baut kaum ausserhalb der Kantonsgrenzen (vgl. Werkverzeichnis). Bei den Wohnblocksiedlungen Bubental und Untersiggenthal zeigt sich sein typischer Architektur-Stil nicht. Dort orientiert sich Waldburger am verbreiteten Baustil von modernen Wohnsiedlungen. So entstehen zeitgemässe Mehrfamilienhäuser mit grosszügigen Wohnflächen.
STIFTUNGSGRüNDUNG
Johannes Waldburger stirbt fünf Jahre nach seiner Frau am 2. 2. 1984 in Herisau. Zur Erbregelung wird nach einem längeren Spitalaufenthalt bereits am 19.12.1980 die Johannes Waldburger - Stiftung mit folgendem Zweck gegründet: "Förderung von Bestrebungen, die im öffentlichen Interesse liegen und insbesondere den Gemeinden Herisau und Schwellbrunn oder grösseren oder kleineren Kreisen der Bevölkerung dieser Gemeinden dienen. Wissenschaftliche, geistige, kulturelle, soziale und gemeinnützige Belange können ebenso unterstützt werden wie Vorhaben des Natur-, Landschafts- und Heimatschutzes." Im Besitz der Stiftung geblieben sind, nach der Veräusserung der Liegenschaften an der Huebstrasse in Herisau, die Wohnüberbauung an der Kasernenstrasse in Herisau und die Bubental-Siedlung in Wallisellen. Für die Aufarbeitung des Werkes hat die Kantonale Denkmalpflege Appenzell Ausserrhoden die Baueingabepläne der Bauten von den Gemeinden zusammengetragen und elektronisch erfasst.
EXKURS: ARCHITEKT LOUIS LOBECK (1877 - 1949)
Louis Lobeck studiert von 1893 bis 1896 Architektur am Technikum in Winterthur. Er absolviert ein Praktikum als Steinbildhauer und Zimmermann. Anschliessend besucht er die Technische Hochschule in Dresden. Ab 1900 führt er ein eigenes Architekturbüro in Herisau. Im BSA (Bund Schweizer Architekten) wirkt er als Gründungsmitglied. Von 1909 bis 1912 ist er als Gemeinderat in Herisau tätig. Mit Paul Fichtner aus München betreibt er zeitweilig eine Bürogemeinschaft. An der städtebaulichen Umgestaltung Herisaus zwischen 1905 und 1920 ist Lobeck massgeblich beteiligt. Er baut neben stattlichen Wohnhäusern auch zahlreiche Geschäftshäuser. Als überregional tätiger Architekt prägt er den Ostschweizer Heimatstil.
DAS WERK WALDBURGERS

Öffentliche Aufträge
Schon in den frühen Geschäftsjahren führt Johannes Waldburger Aufträge für die öffentliche Hand aus. Das erste nachgewiesene Objekt ist das Schulhaus Saien ausserhalb von Urnäsch von 1931/32. Im ganzen Kanton, jedoch vorwiegend im Hinter- und Mittelland, baut er mehrere Schulhäuser, Turnhallen und Mehrzweckgebäude.
Reger Bürobetrieb kommt in den 1950er Jahren auf. Mit dem Altersheim in Gais, dem Kinderheim Wiesen in Herisau, den Schulhäusern Weiher in Schwellbrunn, Saien in Urnäsch und Moos in Herisau verwirklicht er "seinen" Appenzellerhaus-Stil.
NETZWERK
Gute Beziehungen zu Industriellen aus Gais verhelfen Johannes Waldburger zu mehreren Neu- und Umbauten im Industriegebiet Strahlholz. In Anlehnung an Weberhäuser erstellt er den Färber Ernst Koller auf der Anhöhe oberhalb der Fabrik fünf Arbeiterhäuser (vgl. Highlight). Für Robert Höhener, Inhaber der Firma Höhener & Co. mit Garnhandlung, Baumwollzwirnerei und Bleicherei, baut Waldburger an der Appenzellerstrasse 6 in Gais Wohnungen für Mitarbeitende.
WOHNSIEDLUNGEN IN HERISAU, WALLISELLEN UND UNTERSIGGENTHAL
Waldburger handelt als Architekt immer auch ökonomisch erfolgreich. In den 1950er Jahren kauft Waldburger selber Grundstücke und realisiert eigene Projekte im Bleichegebiet in Herisau. Mit Hilfe seines Schwagers erwirbt er ausserdem in Wallisellen das "Bubental-Land“ zu günstigen Konditionen. Zuerst baut Waldburger auf dem benachbarten Land "im Spitz 6+8“ Wohnhäuser, verkauft diese jedoch nach kurzer Zeit an seinen Mitarbeiter Willi Knellwolf, um die Bubental-Siedlung finanzieren zu können. Die Siedlung in Untersiggenthal kann Waldburger für einen Freund aus Herisau realisieren.
WALLISELLEN
Für das Projekt Bubental in Wallisellen entwirft Waldburger als Bauherr ein Wohnhochhaus und untersucht die Ausformulierung mit und ohne Dachterrasse. Realisiert werden schliesslich fünf zeilenartige dreigeschossige Wohnhäuser. Ein gemeinsamer Garten im Zentrum sowie ein Kindergarten bilden den Treffpunkt der Siedlung.
(siehe Highlight Wallisellen)
HERISAU
Der Wohnblock Nr. 54 an der Kasernenstrasse wird als erster erstellt, die anderen beiden folgen im darauffolgenden Jahr. Beim Planstudium wird klar, dass die Pläne von Nr. 54 gezielt abgeändert und auch für Nr. 56 und Nr. 58 eingereicht wurden.
UNTERSIGGENTHAL
Waldburger plant vier der fünf bestehenden Wohnblöcke, drei an der Märtelackerstrasse und einen abseits stehenden Block an der Dorfstrasse 31. Das Wohnhaus an der Dorfstrasse 29 wird später von einem anderen Architekten gebaut.
PROJEKT ALTERSHEIM HEINRICHSBAD IN HERISAU
Waldburger lanciert 1967 auf eigene Initiative ein Gegenprojekt für einen damals geplanten Neubau des Altersheims in Herisau. Das Augenfällige seines nicht ausgeführten Vorschlags ist die Analogie zum bereits bestehenden Hotel Rebstock an der neuen Steig 2, das 1954 erstellt wurde.
(siehe Highlight Rebstock)
HERISAU

Siedlungsgebiet Bleichestrasse
In den Jahren 1954 bis 1956 erwirbt Johannes Waldburger günstig Parzellen des alten Bleichequartiers in Herisau. Zuerst baut er für Ernst Waldburger (kein Verwandter von ihm) ein Einfamilienhaus an der Bleichestrasse 1. Die vorhandene Nachfrage ermöglicht den Bau von drei weiteren Gebäuden im gleichen Stil. Seine Mitarbeiter Knill und Knellwolf mieten anfänglich für sich die zwei hintersten Häuser. Als sie das Architekturbüro 1963 als Mitarbeiter verlassen, können sie die Häuser kaufen. Die vier Einfamilienhäuser werden bereits nach kurzer Zeit umgebaut und erweitert.
HERISAU

Lindenwiesen-Quartier, Haldenweg 2-18
Die Formensprache der Einfamilienhäuser im Lindenwiesen-Quartier deutet darauf hin, dass Johannes Waldburger die Siedlung ab den späten 1940er-Jahren erstellt hat.
TEUFEN

Siedlungsgebiet Speicherstrasse
Johannes Waldburger erstellt 1950 für den Bauunternehmer Ernst Gähler grosszügige Ein- und Mehrfamilienhäuser in Teufen. An der Speicherstrasse 51 und 52 sind zwei Gebäude als villenähnliche Anlagen konzipiert, jedoch fällt Nr. 52 in der Gesamtfläche deutlich grösser aus. Für die Familie Gähler baut Waldburger 1955 ein Wohnhaus. Ein Jahr später errichtet er für den Fabrikanten Ernst Koller aus Gais das Einfamilienhaus mit Garage (Nr. 1536). Dieses erscheint wieder im typischen Appenzellerhaus-Stil mit Bandfenstern, Hohlkehle und seitlichem Eingang. Auffallend ist, dass es in der Umgebung von Nr. 52 drei weitere Objekte gibt, die in einem verwandten Stil gebaut sind. Es handelt sich dabei um die Liegenschaften an der alten Speicherstrasse 5a, b und c. Diese sind in den Jahren 1960/61 nicht von Waldburger, sondern vom Bauunternehmer Ernst Gähler selbst geplant und realisiert worden. Weitere Bauobjekte im Waldburger-Stil findet man an der Speicherstrasse 74 und 84. Erneut tritt Ernst Gähler als Architekt und Bauherr für die Baugesuche auf. Der ehemalige Mitarbeiter Hugo Kupferschmidt arbeitet ab etwa 1958 bei der Firma Gähler in Teufen. Die Vermutung liegt nahe, dass er für Gähler die Einfamilienhäuser im Stil Waldburgers gezeichnet hat.
Wohnhaus und Architektur-Bureau von Johannes Waldburger